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08. Mai 2019
 

Kverneland Accord Chor Radler

Vier fröhliche Radler vom Männerchor Kverneland Accord aus der Hansestadt Soest und dem Kurort Bad Sassendorf eroberten vom 17. August bis 20. August 2005 radelnd die herrliche Landschaft des Niederrheins von Kleve nach Maastricht.

In Kleve noch ganz entspannt: Manfred, Günter, Jürgen u. Klaus-Dieter mit Kverneland Accord Schirm-Mützen.

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Unser Reisebericht:

Es war schon ziemlich früh, dass wir in Richtung Kleve über Unna und Düsseldorf aufbrechen mussten, um rechtzeitig unsere erste Etappe von Kleve nach Straelen zu schaffen. Die DB brachte uns schnell und pünktlich nach Kleve, von wo wir unsere Radtour starteten. Die Geschichte erinnert uns daran, dass Soest im 15.Jahrhundert mit den Grafen von Kleve in Verbindung stand, als die Stadt Soest sich vom Bistum Köln trennte.  Unsere schwer bepackten Drahtesel hievten wir sicher in die Fahrradabteile und nach einigen Zugwechseln waren wir schon ein ein gespieltes Fahrrad Be-und Endlade-Team. Vier Mitglieder des Kverneland Accord Chors wollten in vier Tagen ca. 280 km fahren. Als äußeres Zeichen trugen alle die bekannten Kverneland Accord Schirmmützen.Ob wir uns das alles so richtig überlegt hatten, was da auf uns zukommen würde?

Von diesem mächtigen Turm hier, erbaut auf einem Hügel von der Eiszeit erschaffen, konnten wir einen Blick auf die Stadt Kleve werfen.

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Kleve

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In Kleve steuerten wir zunächst die Touristen – Information an, um dort kurz die Fahrtstrecke abzusprechen und uns einen kleinen Rundgang durch Kleve empfehlen zu lassen. Wir entschlossen uns zu einem Gang durch die Fußgängerzone zur Burg, von dessen Turm wir einen weiten Blick über Kleve und das umliegende Land hatten. Kleve, eine Stadt mit 50 000 Einwohnern, machte einen geschäftigen Eindruck auf uns und die Nähe zur niederländischen Grenze wurde auch dadurch deutlich, dass wir viele niederländische Wörter hören konnten. Viel Ruhe hatten wir nicht, uns die Stadt anzusehen. Irgendwie drängte es uns auf die Räder.

So machten wir uns um 11.30 Uhr auf den Weg nach Straelen. Bei herrlichem Sonnenschein führte uns der Weg zunächst durch den Reichswald nach Grunewald und von dort nach Twisteden. Wir hatten schon eine kleine Pause verdient, nachdem der Radfahrweg nicht ganz deutlich für uns skizziert war und wir uns prompt verfuhren, wir radelten ein Stück ungewollt durch die Niederlande, wechselten aber dann wieder nach Deutschland. In einem Biergarten am Anfang des Ortes machten wir Rast, löschten unseren Durst und nahmen eine kleine Stärkung zu uns. Unser nächstes Ziel sollte das Spargeldorf Walbeck sein. Wir wollten unbedingt zur Steprather Mühle, einer Getreidemühle, die heute zu den ältesten noch funktionierenden Mühlen in Deutschland gehört. Windmühlen sind seit Jahrhunderten anerkannte Wahrzeichen des Niederrheins. Sie sind Bestandteile der Landschaft und prägen auch heute noch das Bild der Dörfer mit. Die Steprather Mühle hat bis 1953 über 400 Jahre lang als Getreidemühle gedient und ist 1995 von einem Förderverein wieder instand gesetzt  und dann in Betrieb genommen worden. Ein Müller mahlt ca.200 Zentner im Jahr. Für uns war es allerdings nicht nur interessant, davon etwas zu erfahren. Der aus eigenem Mehl gebackene Kuchen schmeckte hervorragend. Wir konnten auch verschiedene Sorten Brot mit Butter probieren und bekamen dazu soviel Kaffee, wie wir wollten. Dass eine Radfahrergruppe nach der anderen dort eintraf, um Kaffee zu trinken, war ein gutes Zeichen dafür, dass alles preiswert und gut war. Ein kleiner Text, der auf den Werdegang des Brotes aufmerksam machte, gefiel uns:

Unser Brot:

Als Körnlein gesät
als Ähren gemäht
gedroschen im Takt
gesiebt und gesackt
dann hurtig und fein
gemahlen vom Stein
gebräunt in der Glut
liegt’s duftig und frisch
als Brot auf dem Tisch.

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Steprather Mühle

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Wir mussten uns schon einen Ruck geben, das letzte Stück unserer Tagesetappe anzugehen, weil wir doch schnell zu den freundlichen anderen Radfahrergruppen nette Kontakte geschlossen hatten. Wir fühlten uns unbekannter Weise wie in einer großen Familie. Es war nicht mehr allzu weit bis Straelen, einem netten Städtchen, das wir uns noch ein wenig ansahen, bevor wir unser Quartier in Broekhuysen aufsuchten. Straelen wird auch die Blumenstadt genannt. Das konnten wir auf dem herrlichen Marktplatz mit den vielen blühenden Blumen auf den ersten Blick erkennen. Straelen hat im Bundes-wettbewerb „ Unsere Stadt blüht auf“ eine Goldmedaille bekommen. Der Name Straelen geht auf die „Ritter von Straelen“ zurück, die den Strael (Pfeil) im Wappen führten. Bei herrlichem Sonnenschein schauten wir uns den Marktbrunnen  mit Glockenspiel, die St. Peter und Paul Kirche mit dem kunstvollen Hochaltar und paar kleine Gassen an.

Die Radler in Straelen

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Heute ist Straelen vor allem wegen des Gemüse- und Blumenanbaus bekannt. 1914 begann die Stadt mit der Einführung des gewerbemäßigen Gemüseanbaus und seiner Ver-
marktung mit erster Gemüse- und Blumenversteigerung. Dafür ist 2002 eine neue riesige Versteigerungshalle NBB UGA, mit Mitteln der EU erbaut worden, in der Nähe von Herongen die wir natürlich staunend besichtigten.

Um 6.00 Uhr morgens beginnen die Versteigerungen und sind meistens gegen 10.00 Uhr beendet. Über 3500 deutsche, europäische und internationale Gärtner garantieren ein um-fassendes Angebot an Blumen und Pflanzen bei den Versteigerungen. Straelen ist schließlich eines der größten geschlossenen Gartenanbaubetriebe Europas. Hier werden mehr Blumen und Gemüse vermarktet als anderswo in Deutschland. Straelen ist aber noch wegen einer anderen Einrichtung bekannt. Im Übersetzerkollegium treffen sich jährlich 750 Übersetzer aus der ganzen Welt, um die vielfältigen Hilfsmittel des Hauses bei Übersetzungen zu nutzen.  Die Bibliothek ist die weltweit erste und größte Spezialbibliothek für Literatur- und Sachbuchübersetzer. Sie enthält Nachschlagewerke aus über 270 Sprachen und Dialekte.

Gegen 19.00 Uhr erreichten wir dann unsere Unterkunft. Die freundliche Wirtin, Frau Schaffers, empfing uns in ihrem Haus in Broekhuysen, Nähe Straelen.

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Unser Reiseführer und Organisator Dr. Günter Boecken strahlt im Hause von Fr. Schaffers, dass wir die erste Etappe geschafft haben.

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Das Abendessen nahmen wir im gegenüberliegenden Gasthaus „Gielen“ ein. Es war ein fröhlicher Ausklang dieses ersten Tages.  Am nächsten Tag wollten wir uns die Versteigerungshalle unbedingt mal ansehen. Wir konnten zwar noch einen Eindruck von der Hallengröße bekommen, die Versteigerung war allerdings schon gelaufen. Es gibt Führungen, die allerdings vorher anzumelden sind. Sie beginnen um 6.30 Uhr.

Wachtendonk liegt etwas vom Wege ab, aber die Gruppe entschied trotzdem, sich dieses nette Städtchen einmal anzuschauen. Wachtendonk bietet eine einmalig gut erhaltene Ortsmitte. Ungefähr 120 Häuser stehen auf der Denkmalschutzliste. Darüberhinaus zeigt Haus Püllen, das älteste denkmalgeschützte Haus, die Kulturgeschichte und den Naturraum im Naturpark Schwalm – Nette mit einer Ton- Dia-Show. Schade, dass wir zuwenig Zeit hatten, uns diesen kleinen Ort einmal intensiver anzuschauen. So konnte uns nur die Dia –Show einen Einblick in die herrliche Landschaft des Naturparks geben. Dann mussten wir auch schon weiter in Richtung Brüggen. Unser erstes Ziel war die Seenplatte im Naturpark. Am Krickenbeckersee machten wir zur Mittagspause Halt. Die Krickenbecker Seen sind durch Torfstiche entstanden. Insgesamt liegen verschiedene Seen in einer herrlichen Gegend. Der Naturpark Schwalm – Nette entlang der deutsch – niederländischen Grenze ist ein landschaftlich sehr reizvolles und attraktives Erholungsgebiet. Es umspannt etwa 435 km². Seit 1976 zählt der bereits 1965 gegründete Naturpark auch zum 725 km² umfassenden deutsch-niederländischen Naturpark Maas – Schwalm – Nette.  Wir nahmen uns noch etwas Zeit

für ein kleines erfrischendes Bad in Dewitt-See

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Dann radelten wir in Richtung Brüggen, wo wir unsere zweite Unterkunft im Haus Neuenhofen bestellt hatten. Da wir gegen 16.00 Uhr schon in Brüggen waren, suchten wir ein Cafe auf und kamen sehr schnell mit netten Damen vom Ort ins Gespräch, die uns freundlicherweise fotografierten. Es gab viel zu lachen.

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Brüggen ist wegen seines hübschen mittelalterlichen Stadtbildes ein touristisches Zentrum am Niederrhein. Am frühen Abend starteten wir dann noch zu einer Mühlentour um den Borner See und den Hariksee, vorbei an verschiedenen Mühlen zum Ausflugslokal „Das Schlösschen“. Bei einem Bier konnten wir dann die Abendstimmung mit Blick auf den Hariksee geniessen.

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Wir freuten uns dann aber auf ein Essen in einem Balkanrestaurant. Von einer Dreier – Platte hatten alle genug zu essen. Zum Abschluss ließen wir es uns nicht nehmen, dem Wirt im Lokal ein kleines Ständchen zu bringen.

Nach einem guten Frühstück am nächsten Morgen machten wir uns auf in Richtung Niederlande.

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Die Strecke ging über Elmpt und Vennekoten zunächst in die Wacholderheide.

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Natürlich haben wir auch hier gesungen

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Grosser Gott wir loben dich.

Nach einer kurzen Rast gelangten wir schnell an die Grenze zu den Niederlanden. Als wir unser Brot und unsere unterwegs selbst geernteten Kohlrabi und Möhren an einem kleinen Weiher aßen, gesellte sich jemand zu uns, der, wie sich nachher herausstellte, der Naturschutzbeauftragte in dieser Gegend war. Er wusste reichlich zu
erzählen über die Gegend um den „Meinweg“, ein Gebiet, auf dem die Bewohner ihr Vieh ausführen, Holz schlagen und sog. Plaggen für die Hausbedeckung sammeln konnten. Dieses Gebiet war für die Allgemeinheit da, wobei es für die Nutzung strenge Regeln gab. Es war äußerst interessant, ihm zuzuhören.

nach Genehmigung selbst geerntet, Kohlrabi u. Möhren

mit Naturschutzbeauftragten

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im Naturschutzgebiet

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An St.Odilienberg vorbei erreichten wir bald die Maas. Leider änderte sich ein wenig das Wetter und es begann zu regnen. Da wir ein Stück Hauptstraße fahren mussten, war es ziemlich ungemütlich.Auch als der Regen wieder aufhörte, versteckte sich die Sonne. In Thorn, der weißen Stadt wurde es dann wieder freundlicher. Wir gingen in eine Gastwirtschaft, wo es leckeren Kuchen gab. So gestärkt fuhren wir mit dem Rad durch den Ort.

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und
setzten unsere Fahrt in Richtung Masseik fort. Masseik in Belgien sollte eine schöne Stadt sein. Bei Regen konnten wir uns allerdings nicht viel anschauen. Es waren auch noch etwa 18 km bis Selfkant – Tüddern auf deutscher Seite. Eine Umleitung, wegen einer gesperrten Kanalbrücke hat dann unseren ganzen Plan durcheinandergeworfen, so dass die Kilometerzahl ins Immense stieg. Wir waren ziemlich müde, als wir im Gasthaus Vermeulen ankamen. Aber zu Abend essen mussten wir noch. Ein Balkanrestaurant wurde uns empfohlen. Die Müdigkeit verflog allerdings, so dass  wir in unserem Gasthaus an der Theke noch ein oder zwei ..... Bier zu uns nahmen.

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Mit einigen Dorfbewohnern kamen wir schnell in Kontakt, wir hatten ja schließlich Manfred bei uns, der auf seine Art und Weise immer schnell Kontakt fand. Wir trafen den amtierenden Carnevalpräsidenten, sowie den Schützenkönig mit Anhang

In einer kleinen Gesangrunde hatten wir viel Spaß mit einander

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Trotzdem mussten wir am nächsten Tag um 7.30 Uhr frühstücken, um schnell auf die Fahrräder zu kommen. Das Wetter war ziemlich bewölkt und es fing ab und zu an zu nieseln. Schade, denn die Landschaft und die Dörfer waren sehr schön, nur bei schlechtem Wetter wirkt alles ein bisschen trist. In Doenrade gingen wir auf die niederländische Seite und fuhren durch sehr hügeliges Land (kleine niederländische Alpen) über Oirsbeck, Schinnen, Nuth nach Valkenburg. Nach mehrmals mühsamen Anstiegen wurden wir mit einer rasanten Talfahrt (ca. 42 km/h) entschädigt.Valkenburg ist einer der bestbesuchten Ferienorte des Landes Limburg. Durch die Engen Gassen drängten sich die Besucher. Wir hätten uns gerne noch die Mergelgrotte, die Schlossruine ,die eine oder andere Kirche sowie die Therme angeschaut. Aber einige aus unserer Gruppe wollten nicht glauben, dass Maastricht nur 8 km entfernt liegt. Mit Umwegen und ruhigen Radwegen wird es eben immer etwas mehr!

In Valkenburg

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Gegen 14.00 Uhr waren wir dann in Maastricht, eine Stadt, die durch den Maastrichter Vertrag zur Neuordnung der EU bekannt geworden ist. Nachdem wir unsere Fahrkarten gekauft hatten, begaben wir uns in die Innenstadt. Das Rathaus und den Markt sowie die Basilika konnten wir uns ansehen. Beim Bummel durch die Gassen , erinnerten uns die Menschenmassen an die Soester Kirmes.

16.29 Uhr fuhr unser Zug über Roermond, Venlo, Unna wieder nach Soest zurück.

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Unser Organisator Dr. Günter Boecken müde und zufrieden.

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Vom Radfahren hatten wir noch nicht genug. Das letzte Stück vom Soester Bahnhof nach Bad Sassendorf wollten wir schließlich mit dem Fahrrad fahren. 282 km zeigte der Tacho an. Eine „anstrengend schöne“ Fahrt!! Alle Teilnehmer waren sich einig, dass diese gelungene Fahrt ein Ansporn sein sollte für weitere Fahrten...

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... und wer noch gerne die komplette Fahrradtour als Album sehen möchte, bitte schön hier ein Klick !

Hase - Ems - Tour  der Kverneland – Accord Chor – Radler
vom 13. – 16. Juli. 2006

Es versprach schönes Wetter zu werden, als wir, vier Kverneland – Accord Chor – Sänger, uns am 13. Juli auf dem Bad Sassendorfer Bahnhof trafen, um mit dem Zug bis Osnabrück zu fahren. Osnabrück hatten wir als Startpunkt für unsere Hase – Ems Tour festgelegt. Ungefähr 250 km lagen vor uns, für die wir vier Tage vorgesehen hatten. Durchschnittlich 60 km hatten wir eingeplant, ein Pensum, das wir gut schaffen konnten, war die Strecke doch überall eben. „Mit der Hase – Ems –Tour“, so versprach die Werbung, ist im nordwestlichen Niedersachsen ein Radwander- weg durch eine faszinierende Flusslandschaft entstanden. Die Werbung sollte Recht behalten. Und übrigens hatten wir rotgrüne Kverneland – Jacken an, im einheitlichen Look gut erkennbar.

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Nach 1.5 Stunden waren wir mit unseren Fahrrädern in Osnabrück angekommen. Zur Überraschung konnten wir Fahrräder und Gepäck unter Aufsicht bei der Fahrradstation lassen. Das ganze für 70 Cent pro Fahrrad. Also machten wir uns auf, ein wenig von Osnabrück zu erkunden. Unser Ziel war zunächst das spätgotische Rathaus mit dem berühmten Friedenssaal. Wir hatten Glück, dass wir

uns im Friedensaal einer Führung anschließen konnten. Wahrlich ein geschichtsträchtiger Ort, der Friedenssaal, in dem 1648 der Westfälische Friede geschlossen wurde. 1000 Leute waren daran beteiligt und 5 Jahre dauerten die Verhandlungen. Die katholische Seite saß in Münster, wo es auch einen Friedens-
saal gibt, die evangelische Seite in Osnabrück. Die Beschlüsse mussten sowohl
in Osnabrück als auch in Münster behandelt und entschieden werden. Die Akten
wurden also hin und her gebracht werden. Auf die wechselvolle Geschichte dieses
Saals soll an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden. Wir trugen uns noch
in das Gästebuch ein und wandten uns dann ein paar anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt zu, der Marienkirche, dem Dom und spazierten durch die schöne Fußgängerzone mit ihren zahlreichen Fachwerkhäusern.

Wir hatten um die Mittagszeit wieder Hunger, einige aßen ihre mitgebrachten Brote, andere hatte Appetit auf Fleischwurst, die sie sich in einem Fleischerladen zum direkten Verzehr zubereiten ließen. So gestärkt ging es zum Bahnhof zurück, um unsere Räder wieder abzuholen und uns dann auf den Weg zu machen. Wir mussten natürlich zunächst unseren Radweg finden, nicht ganz einfach, aber schließlich ging es dann doch. Zunächst führte uns der Weg in das  15 km entfernte Bramsche, dem seit dem Mittelalter der Leinenhandel und das Tuchmacherhandwerk zu einer wirtschaft-lichen Blüte verhalf. Wir hatte noch ein schönes Stück bis Bersenbrück, so dass wir uns in Bramsche nicht länger aufhalten konnten. Uns lockte auch ein schöner Gasthof in Rieste, Rods Heuerhaus, wo wir selbstgebackenen Kuchen essen konnten. Zunächst sollte uns aber ein großes Radler kühlen. In diesem herrlichen Garten machten wir unsere erste längere Pause. Bis 19 Uhr wollten wir auch in Bersenbrück sein, der ersten Station unserer Reise. Hinter Osnabrück hatten wir uns nicht mehr verfahren. Allerdings einmal doch, es war auf einer veralteten Karte nicht richtig eingezeichnet. Und so landeten wir mitten auf einer Wiese, Zur Abwechslung zeigte sich ein Reh. Wir mussten also umkehren, um wieder auf den richtigen Radweg zu kommen. Gegen 19.00 Uhr waren wir dann endlich in Bersenbrück, wo wir beim Heidekrug Zimmer vorbestellt hatten. Frau Buscher- möhle empfing uns sehr freundlich und wies uns die Zimmer zu. Wir hatten großen Hunger und die Wirtin empfahl uns ein Schnitzelarrangement mit Salat und Kartoffeln satt.

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Nachdem wir die schönen Zimmer bezogen hatten, standen schon vier große Pils auf der Theke. So wurde unser erster Durst schnell gelöscht. Dann stand auch schon das reichhaltige Radleressen auf der Terrasse. Bei Sonnenschein tauschten wir die ersten Erlebnisse des Tages aus.

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Auch ein kleines Ständchen ließ nicht lange auf sich warten. Das nahm die Inhaberin Frau Möllers sofort zum Anlass zu fragen, ob wir ihrer Schwägerin, die am nächsten Tag Geburtstag hatte, nicht auch ein Ständchen bringen könnten. Dem stimmten wir gerne zu, hatte sie doch unsere musikalische Ader getroffen.

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Das war eine große Überraschung und wie es nun mal bei Westfalen ist, wurden ein paar Schnäpse gereicht. Es sollte ja nur ein kurzer Abstecher sein und wir hatten noch nichts von Bersenbrück gesehen.

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Im Mittelpunkt steht die fast 800 Jahre alte Kirche St. Vincentius, die eine Reihe von einzigartigen Kunstwerken beherbergt. Ein Kirchenführer merkte sehr schnell unser Interesse und erklärte uns ein wenig zu dieser Kirche. Dem Auge des Besuchers fiel die Figur des Hl. Vincentius auf, der mit einer Palme und einem Rost abgebildet ist. Er gehörte im Mittelalter zu den meist verehrtesten Märtyrern. Die Palme weist auf sein Martyrium und der Rost auf die Art des Martyriums hin. Wir warfen noch einen Blick auf die wunderschön erhaltenen Fachwerkbauten und verließen dann die Stadt in Richtung Löningen, dem Ziel des heutigen Tages. Es lagen wieder 55 km vor uns, aber wir wussten ja, es war alles eben und gut ausgezeichnet. Über Gehrde und Bad Bergen ging es zunächst nach Quakenbrück,
das wir gegen Mittag erreichten.

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Hier war ursprünglich eine sumpfige Landschaft, von vielen Hasearmen durchzogen. Der Fluss Hase hat mit seinem Binnendelta der Stadt Quakenbrück Form und Format gegeben. Hier fand sich vor 750 Jahren im „quakigen“  Sumpfgebiet des Flusses der einzige Fixpunkt zur Gründung einer Landesburg, ein Hügel zwischen den beiden Hauptarmen. Bei einem kleinen Spaziergang entdeckten wir Gassen mit sehr schönen Fachwerkhäusern. Leider hatte Manfred einen platten Reifen. Die Polizeistation in der Nähe war sehr hilfsbereit und telefonierte mit dem nächsten Fahrradhändler, der sich anbot, das Fahrrad sofort zu reparieren. Ein Schlauch wurde er- neuert, 10 Euro bezahlt und dann ging es nach 30 Minuten weiter über Essen nach Löningen.

Manfred´s Fahrrad-Reparatur

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Es war sehr heiß. Vorbei an sehr schönen Bauernhöfen, die immer sehr gut gepflegt waren bewegten wir uns voran. Die Bauern schienen besonders reich zu sein. Unterwegs schloss sich noch eine Radlerin an, so dass wir bis Löningen zu fünft waren. Es gab wieder etwas zu erzählen. Eine Getränkepause wurde unterwegs eingelegt.

Es war ein Heuhotel, das speziell für Kinder günstige Heulager mit Frühstück und Abendessen anbot. Im Schatten eines Baumes ließen wir es uns bei „Radler“ gut gehen.

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Gegen 17.00 Uhr erreichten wir dann unser Hotel in Löningen. Es war das Landhaus Burs. Wir wurden sehr nett empfangen und erhielten unsere Zimmer, die oben unter dem Dach lagen. Sehr schöne Zimmer, für die wir mit Frühstück nur 23 Euro bezahlten.

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Der Inhaber betrieb eine Bienenzucht. Leider konnten wir dort nicht zu Abend essen. Also führen wir in die Stadt, um im Franziskaner am Markt zu essen.

Das Schützenfest fand erst am Samstag statt. Schade!

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 Aber bei Familie Burs gab es an unserem Tisch eine schöne Runde. Es wurde viel erzählt und viel gelacht und zu später Stunde auch noch gesungen. Es war ziemlich spät, als alle im Bett lagen.

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Für 8 Uhr hatten wir immer Frühstück bestellt und das war sehr gut. Als Sänger waren wir natürlich schnell bekannt und so fiel uns der Abschied mit einem Gläschen Honiglikör nicht ganz leicht.

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Mit einigen Bienenhausmittelchen versorgt traten wir dann die Weiterreise nach Groß- Hesepe im Emsland an, unserer letzte Station auf dieser Reise.

In Westrum sollten wir wieder eine kleine Pause machen. Eine nette Bekannte des Landhausinhabers würde uns einen ausgeben, wenn wir viele Grüße von ihm bestellten. Das ließen wir uns nicht zweimal sagen. Bei der Hitze sollten wir ja viel trinken. Leider war dann die Kneipe in Westrum geschlossen. Dafür trafen wir dann die Schützenkönigin des Ortes, die gerade den Rasen mähte. Da war natürlich wieder ein Ständchen angebracht. Belohnt wurden wir mit einem kühlen Kräuter- likör. Bei der Hitze muss man ja viel trinken.

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Über Herzlake war unsere nächste Zwischenstation Haselünne. Dort liegt die Kornbrennerei Berentzen. Leider war an diesem Tag in Haselünne das Shanty Chor Treffen mit Shanty Chören aus Deutschland und Holland, so dass wir in der Firma keine Führung bekamen. Haben aber trotzdem den Verkäuferrinnen ein Ständchen gebracht und wurden dafür wohlwollend belohnt..

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Wir hörten uns dafür zwei Chöre in der Stadt an und wurden dadurch entschädigt

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Weiter ging es nach Meppen. Mit der historischen Eisenbahn wollten wir die Strecke nicht zurücklegen, wir waren ja schließlich Radler. Meppen war nicht mehr weit, jedenfalls kam es uns nicht weit vor. Wir trafen nämlich unterwegs eine nette Frauengruppe, die gerade eine Pause einlegte und uns Tipps für eine Abkürzung nach Meppen gab. Dafür bedankten wir uns mit einem Ständchen. Sie wagten es zu fragen, ob wir einem Kirchenchor angehörten. Es muss sich wohl etwas fromm angehört haben. Sie wollten uns dann zum brasilianischen Abend einladen. Aber mit unserem „heißen“ Outfit haben wir dann dankend Abstand genommen.

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Wir waren wieder unter uns. Meppen war nur ein paar Kilometer entfernt. Außer dem Rathaus schauten wir uns die Gymnasialkirche an und platzten in ein Brautamt. Auf den hintersten Bänken ruhten wir uns ein wenig aus und lauschten einige Zeit den Worten des Pfarrers, die er dem Brautpaar mit auf den Weg gab. Wie lange halten sie nur?

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Dann machten wir uns schon wieder auf, um das letzte Stück bis Groß – Hesepe zu fahren. Es war schon 18.00 Uhr als wir dort im Hotel Germer – Müller ankamen. Es schien nicht viel los zu sein. Ich hatte gehört, dass man in einer Gaststätte sehr gut essen könnte. Leider lag diese Gaststätte in einem Nachbarort, zu weit, um zu Fuß zu gehen. Also besorgte Manfred ein Privatauto. Der Inhaber kannte die Gaststätte Krone und war bereit, uns für 10 Euro dorthin zu bringen. Er wollte uns aber schon an einer falschen Gaststätte absetzen. Das fiel uns gerade noch auf. Er entschuldigte sich und brachte uns zur vermeintlich richtigen Gaststätte. Es kam uns schon etwas komisch vor, aber er bestand darauf, dass es die richtige sei. Auf den Sonnenschirmen stand ja schließlich „Kronen“. Wir sahen nur noch die Rücklichter des Autos und standen wieder vor der falschen Kneipe. Die richtige war noch drei Kilometer entfernt. So ein Mist! Mit hängendem Magen bewegten wir uns voran in Richtung der besagten Kneipe und kamen schließlich gegen 21.00 Uhr dort an.

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Ob die Wirtsleute so erfreut waren, wir wissen es nicht. Das Essen war jedenfalls lecker. Wir bestellten ein Taxi und fuhren zum Hotel zurück.

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Dort beendeten wir den Abend, allerdings ohne große Stimmung. Das Frühstück am Sonntagmorgen war dann reichlich und gut.

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Wir wollten unbedingt noch ins Moormuseum, das nur vier Kilometer entfernt lag und das in eine zwanzig Kilometer große Hochmoorfläche  eingebunden ist.  Da der Wirt fest behauptete, das Museum mache um 9.00 Uhr auf, meinten wir, es noch gut schaffen zu können. Es waren immerhin 8 km Umweg. Als wir dann vor dem Museum standen, kam die große Überraschung: Erst um 10 Uhr öffnete das Museum. Aber da wir jetzt schon einmal davor standen, wollten wir auch eine Besichtigung. Der Film war sofort mit einem kleinen „Reinfall“ verbunden. Klaus wollte es sich auf einem Stuhl gemütlich machen und krachte sofort durch bis auf den Boden. Man sah von Klaus nur noch die Hände, die er hoch streckte. Trotzdem der Film war informativ und ein kleiner Rundgang durch die Anlage ebenfalls.

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Gröster Pflug der Welt “Mammut”

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Dann ging es weiter Richtung Lingen und dann bis Rheine, dem Endpunkt unserer viertägigen Radtour. Wir kalkulierten schon eine Verspätung ein und planten einen späteren Zug zurück. Trotzdem wollten wir uns auf dem schnellsten Weg nach Rheine begeben, d.h. wir fuhren immer am Dortmund – Ems – Kanal entlang: 50 km. 15.50 Uhr trafen wir am Bahnhof in Rheine ein und 16.10 Uhr fuhr der Zug nach Münster. Also hatten wir noch etwas Zeit, uns auszuspannen. Ein kühles Bier hatten wir verdient.

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Gegen 18.00 Uhr waren wir dann in Soest und Bad Sassendorf. Das Ende einer schönen und lustigen Fahrt.

Und hier die komplette Fahrradtour 2006 als Fotoalbum

Lahntal - Tour, mit dem Fahrrad auf dem Lahnradwanderweg bis Koblenz, der Kverneland – Accord Chor – Radler
vom 11. – 14 Juli. 2007

Vorbesprechung unserer Fahrradtour 2007 als Fotoalbum

Und hier die komplette Fahrradtour 2007 als Fotoalbum

Nachdem wir vor zwei Jahren am Niederrhein gefahren waren, im letzten Jahr den Hase – Ems – Radwanderweg gemacht hatten, ging es in diesem Jahr auf den Lahn -Radwanderweg. Viele hatten uns schon gesagt, es sei eine schöne Tour, und unsere Erwartungen sollten nicht enttäuscht werden. Die Lahn schlängelt sich durch liebliche Auen und herrlich grüne Täler, eine abwechslungsreiche Flusslandschaft. Über 224 km fließt der Fluss von seiner Quelle bei Feudingen bis nach Lahnstein, wo er in den Rhein mündet. Vorbei an wunderschönen alten Städtchen und Städten, die fast alle zum Besuch einladen. Wie Perlen einer Kette reiht der Lahn – Radweg ein schönes Städtchen nach dem anderen auf. Wir mussten eine Auswahl treffen. Bis zur Mündung in den Rhein bei Lahnstein verändert sich auch das Landschaftsbild auf vielfältige Weise. Das Lahntal zeigt sich anfangs weitläufig mit bunten Wiesen, dann eng umrahmt von grünen Hügeln, schließlich auch tief eingeschnitten mit steilen bewaldeten Hängen.

Kurz nach 6 Uhr morgens saßen wir, vier Männer aus dem Kverneland
Accord Chor, schon im Zug Richtung  Buchenau, etwa 25 km vor Marburg. Wir wollten das erste Stück von der Quelle an aussparen.  Natürlich hatten wir unsere Kverneland – Montur angelegt und waren mit unseren schwarz - roten Jacken schon von weitem zu erkennen. So schnell konnte keiner verloren gehen. Wir mussten zwar mehrmals umsteigen, mit Rädern etwas beschwerlich, aber wir waren ja noch gut bei Kräften, so dass alles problemlos ging. Schließlich waren wir schon ein eingespieltes Team. Gegen 11 Uhr fuhren wir dann auf Marburg zu.
Das Wetter war etwas bedeckt. Vor allem war es aber trocken, so dass wir bei gut ausgeschilderter Strecke schnell vorankamen. Eine Pause mussten wir uns natürlich noch an einer Fleischerei gönnen. Der Fleischkäse mit Brötchen lachte uns an. Wie geplant erreichten wir unser Hotel in Marburg um 13.30 Uhr. Wir hatten also noch genügend Zeit, um uns  die Universitätsstadt Marburg anzuschauen. Um ein wenig auf die schönen Ecken in Marburg hingewiesen zu werden, hatten wir uns für eine Stadtführung angemeldet und das war gut so. Eine nette Stadtführerin erläuterte uns ein wenig die Marburger Geschichte und zeigte uns die schönsten und interessantesten Gebäude und Winkel in der Oberstadt.

Marburg stand im Zeichen des Elisabethjahres. Daher wurden wir unterwegs immer wieder mit dem Leben dieser großen Frau konfrontiert. Elisabeth von Thüringen, Königstochter aus Ungarn, Landgräfin am thüringischen Hof und Hospitalschwester in Marburg, wird vom Volk als Heilige verehrt und geliebt. Sie wurde nur 24 Jahre alt und lebte von 1207 bis 1231. Höhepunkt war dann am späten Nachmittag
der Besuch der Elisabethkirche, eine sehr schöne gotische Kirche. Marburg
hat einen gewissen Charme, der sich in den mittelalterlich verwinkelten Altstadtgassen und kleinen Märkte zeigt. Beim Gang durch die Stadt gibt es immer wieder Spuren bekannter Größen wie Brüder Grimm, Martin Luther und Nobelpreisträger Emil von Behring.
Neu war für einige von uns, was wir über das Fachwerk erfuhren. An einigen Fachwerkhäusern konnten wir erkennen, dass ganze Baumstämme vom Boden bis zum Dach gingen. Das Fachwerk wurde auf dem Boden zusammengesetzt und dann hochgezogen, es wurde „aufgerichtet“. Wenn es stand, konnte „Richtfest“ gefeiert werden. Später wurde dann die Rähmungsbauweise verwandt. Das heißt, die einzelnen Stockwerke wurden für sich mit Fachwerk eingerichtet. Und noch etwas anderes erfuhren wir: Als es früher noch in der Mitte der Straße einen Gehweg gab und rechts und links davon Gräben an den Häusern entlang liefen, in die alle Abfälle hineingeworfen wurden, wurden Bretter vom Hauseingang zu den Gehwegen über die Gräben gelegt. Diese Bretter wurden  abends hochgezogen. Daher kommt der Ausdruck, „die Bürgersteige werden hochgeklappt“
Wir sahen schon, dass es viele schöne Kneipen in Marburg gab. Unter jungen Studenten ließen wir uns das verdiente Bier schmecken. Ein Spaziergang zum Schloss durfte nicht fehlen. Von dort aus hatten wir einen herrlichen Ausblick auf die Stadt und die umliegenden Berge. Es war schon ziemlich dunkel, als wir den Heimweg von der Oberstadt zur Unterstadt mit dem Aufzug antraten. Es hatte sich gelohnt, wenn auch nur kurz, nach Marburg zu kommen und sich die Stadt anzuschauen.
Nach einem guten Frühstück im Gästehaus Müller machten wir uns auf den Weg Richtung Wetzlar. Wenn es auch ein paar Steigungen auf der Strecke gab, so kamen wir doch gut voran und erreichten am frühen Nachmittag Wetzlar. Das Gepäck stellten wir in dem Tourismusbüro unter und begaben uns auf einen kleinen Stadtrundgang. Die malerische Altstadt mit einem Ensemble aus Fachwerkhäusern, Barockbauten, verwinkelten Gassen und mittelalterlichen Marktplätzen lud zum Verweilen ein. Für die Gepäckaufbewahrung bedankten wir uns mit einem kleinen Ständchen bei den freundlichen Damen vom Tourismusbüro.

Wir hatten noch 10 km bis Solms zu fahren, wo unser zweites Quartier war. Nachdem wir in Solms ein bisschen gesucht haben, fanden wir ziemlich hochgelegen das nette Quartier von Familie Schönwetter. Eigentlich waren wir schon ganz schön geschafft, aber der Hunger trieb uns noch in ein Restaurant mit böhmischer Küche. Also ging  es wieder den Berg hinunter. Mit guter böhmischer Küche wurden wir belohnt. Bei einem Bier und ein paar Liedchen auf der Terrasse unserer Ferienwohnung ließen wir den Tag ausklingen und fielen todmüde ins Bett. Am nächsten Morgen sollten wir noch ein gutes Stück Radweg vor uns haben.
Das Wetter war gut und so machte es Spaß, am dritten Tag wieder auf unser Fahrrad zu steigen. Die Landschaft war wieder herrlich und ließ uns vergessen, dass wir die Tour schon ein wenig in unseren Beinen merkten. Als wir uns ein wenig abseits unserer Route mit Wasser eindecken wollten, kamen wir doch tatsächlich an einem Betrieb mit Kverneland Accord Produkten vorbei. Natürlich mussten wir anhalten und erstmal „Guten Tag“ sagen. Klaus erinnerte sich, dass er von seiner Firma  im Jahre 2000  dort gewesen war. Er muss schon aufgefallen sein, denn die Inhaber des Betriebs erinnerten sich noch an ihn. Weiter ging es dann nach Weilburg.
Wir hatten schon einiges über dieses nette Städtchen gehört und waren von dem märchenhaften Innenhof des Schlosses und dem barocken Marktplatz mit Schlosskirche sehr beeindruckt. Als wir in den Innenhof des Schlosses kamen erkannten wir sofort die fantastische Akustik. Was lag näher als ein kleines Ständchen zu bringen. „Der Wanderer“ klang so gut, dass die Angestellten des Schlosses aus ihren Räumen kamen und applaudierten. Hier müsste man eigentlich mal ein Konzert geben! Gutgelaunt ging es dann trotz eines kurzen Regens auf die letzte Etappe nach Limburg. Wir erreichten am späten Nachmittag unser Quartier
am Eingang von Limburg, die Pension Priester. Die Sonne schien vom Himmel.
Wir freuten uns schon auf die Stadtführung. Eine kleine Gruppe hatte für 17.30 Uhr eine Stadtführung angemeldet und wir sollten fragen, ob wir uns anschließen dürften. Die Gruppe hatte nichts dagegen. Eine sehr gute Stadtführerin zeigte uns Limburg.
Limburg mit 18 000 Einwohnern ist im Krieg nicht zerstört worden. So präsentierte sich die Stadt mit vielen alten Fachwerkhäusern und zahlreichen Gassen und Plätzen. Die Sehenswürdigkeit in Limburg ist der alles überragende, spätromanische Dom aus dem 13. Jh. Bunt angestrichen, anders als viele andere Kirchen, strahlt er über den zentralen Marktplatz. Wir erfuhren etwas über die Wagenkarren, die von Köln aus kommend in Limburg neu gepackt werden mussten, damit sie die engen Straßen durchfahren konnten und ihre Reise in Richtung Frankfurt fortsetzen konnten. Limburg liegt nämlich an einer Furt, wo die Lahn gut überquert werden konnte. Wir hörten eine ganze Menge über das mittelalterlichen Leben. Viel Interessantes. Für uns als Sänger war auch interessant zu erfahren, dass das Deutsche Zentrum für Chormusik in Limburg beheimatet ist.
Die Gästeführerin verabschiedete sich mit einem Spruch, der an einer Hauswand stand:
„Es lebt nur der, der lebend sich am Leben freut“ (römischer Dichter)

Wir waren froh, an dieser Stadtführung teilgenommen zu haben. Mit einem Blick in den Dom beendeten wir die Stadtbesichtigung. Limburg ist immer eine Reise wert.
Danach kam dann der gemütliche Teil mit Abendessen in der Fußgängerzone. Da das Wetter herrlich war, konnten wir draußen sitzen. Aber vorher brachten Jürgen und Manfred den Besuchern auf dem Fischmarkt (so hieß der Platz) noch ein Ständchen. Es klang wirklich gut und die Umstehenden stimmten in den Gesang mit ein. Nur keine Hemmungen!
Am nächsten Morgen gab es ein gutes Frühstück. Da wir schon kurz nach Mittag in Koblenz sein wollten, hieß es pünktlich um 9 Uhr abfahren. Uns erwarteten wieder eine herrliche Natur und immer wieder der Blick auf Burgen oder Burgruinen am Wegesrand. Wir hätten noch etwas Zeit gebraucht, um die Schönheiten noch mehr  genießen zu können. Wir mussten uns nämlich ein wenig beeilen. Da die Strecke ab Balduinstein etwas beschwerlich sein sollte, nahmen wir den Zug und fuhren bis Nassau, etwas weiter als es die meisten Radfahrer tun, die das Stück bis Laurenburg fahren, wo der Radweg wieder an die Lahn stößt.
Wir wollten eben noch ein bisschen Zeit einsparen für den Rhein. Schnell erreichten wir dann Lahnstein, wo die Lahn in den Rhein mündet. Nicht weit davon liegt, die Maximilianterrasse, ein Restaurant mit Biergarten.
Dort schmeckte es uns bei selbst gebrautem Bier sehr gut.

Es war nicht mehr weit bis zum Bahnhof in Koblenz.  Gegen 15.00 Uhr stiegen wir in den Zug Richtung Köln / Hamm. Um 18.00 Uhr erwartete unserer Sangesbruder Willi Frank uns in Kamen zur Feier seines 80. Geburtstags. Ein schöner Ausklang unserer diesjährigen Radtour.

Dr. Günter Boecken

Album:

Werra Radtour von Meiningen bis Hann. Münden, der Kverneland Accord-Chor Radler vom 24. 06 bis 27. 06. 2009

Günter, Hartmut, Heinrich, Jürgen, Manfred und Werner

Album:

Radtour von Naumburg/Saale bis Magdeburg , der Kverneland Accord-Chor Radler, vom 29. 09. bis 03. 10. 2010

Günter, Hartmut, Heinrich, Hans, Werner und Klaus

Alben: Jeweils mit den Augen der Teilnehmer betrachtet sind schon sehenswert, bitte nachfolgende Links anklicken:!

Juergen´s Fotoalbum 2011,     Hartmut´s Fotoalbum 2011 und das     Fotoalbum von Klaus 2011.

Elbe Radtour von Lüneburg bis Magdeburg, bzw. Stendal, der 8 Kverneland Accord-Chor Radler vom 13. Juli bis 17. Juli 2011

Günter, Hans, Heinrich, Hartmut, Werner, Jürgen, Klaus und Walter

Es dämmerte schon als wir uns kurz nach 5 Uhr am Sassendorfer Bahnhof trafen.
Dieses Mal hatten wir uns wie seit sechs Jahren wieder einen Radweg, den Elbe – Radwanderweg, ausgesucht, der zu den meist befahrenen Radwegen Deutschlands zählt. Wir waren gespannt, was uns erwartete.
Über Münster und Bremen ging es mit dem Zug nach Hamburg - Harburg, wo wir in den Zug nach Lüneburg umsteigen wollten. Die Umsteigerei war schon ziemlich beschwerlich, die Bahnhöfe, d.h. die Treppen der Deutschen Bahn sind für bepackte Fahrräder gar nicht geeignet, wenn kein Aufzug existiert oder defekt ist.   Durch eine kleine Verspätung bedingt, bekamen wir den Zug nach Lüneburg nicht mehr rechtzeitig und mussten eine Stunde auf den nächsten Zug warten. Auch die Zugeinstiege zu den Zügen und die Bahnsteige der DB sind immer noch nicht optimal, da musste man kräftig zu zweit anfassen, um die Fahrräder in den Zug zu bekommen. Auch Jürgen´s SOEST-Fahne ist aus diesen Zeit-Gründen nach Westerland gefahren und wurde dort bestimmt von jemand in den Sand gesteckt. Die Bahn zeigte sich „einsichtig“ und spendierte jeden von uns einen Gutschein in Höhe von zwei Euro. So konnten wir unseren Ärger erst mal mit Coca-Cola, einem Cappuccino oder einem Kaffee herunterspülen. Das Auf- und  Absteigen der Treppen unter Zeitdruck mit bepackten Rädern hatte uns ins Schwitzen gebracht.
Um 10.30 Uhr waren wir dann endlich am Ausgangspunkt unserer Radtour, in Lüneburg. Es war schon eine Erleichterung, dass wir unsere Räder für 80 Cent in einem verschlossenen Bereich der Radstation am Bahnhof unterstellen konnten. So hatten wir Zeit, Lüneburg uns ein wenig anzusehen.
Lüneburg, die alte Salzstadt, ist ein Juwel mit zahlreichen Schätzen, die sich durch den Reichtum im Laufe der Jahrhunderte angesammelt haben. Bis 1980 wurde hier Salz abgebaut, wodurch die Stadt Reichtum und Macht erlangte. Im Mittelalter war Lüneburg eine bedeutende Hansestadt. Lüneburgs wichtigstes Handelsgut war das Salz, das „weiße Gold“. Hinzu kommt, dass Lüneburg im Krieg nicht zerstört worden ist und sich so ihr mittelalterliches Stadtbild erhalten konnte. In den Straßen reihten sich Giebel an Giebel mit der typisch norddeutschen Backsteingotik, Die Bürger konnten sich schöne Ziergiebel leisten, sie waren nämlich sprichwörtlich „steinreich“. Dass Lüneburg auf einem von Grundwasser durchspülten Salzstock erbaut ist, konnten wir auch daran erkennen, dass einige Häuser auf einem Senkungsgebiet in der Altstadt standen und  abgesackt waren. Die darunter liegenden Gesteinsschichten hatten durch die Auslaugung nachgegeben. Leider nur einen kurzen Besuch konnten wir den Kirchen St. Nicolai und St. Johannis abstatten, es hätte allein dafür einen ganzen Tag gebraucht, sich die vielen sakralen Schätze anzusehen. Ein entspannter Bummel durch Lüneburg genügte einigen Radlern vor dem Start zur Elbe. Schließlich musste ein kurzer Blick auf das Rathaus und den Stintmarkt  genügen, um sich einen Eindruck von dieser schönen  Hansestadt zu verschaffen. Wie
heißt es am Ende immer so schön, wir müssen noch einmal wiederkommen!
60 km lagen nun vor uns, um unser heutiges Tagesziel  das Ferienhaus Mayer in Stixe zu erreichen. Um 12.30 Uhr radelten wir in Richtung Bleckede an die Elbe. Aus Zeitgründen haben wir unseren ursprünglichen Plan, nach Lauenburg, bzw. Hohnstorf an der Elbe zu fahren, fallen gelassen Der andere Weg führte uns über Scharnebeck, einem Vorort von Lüneburg, zum Schiffshebewerk am Elbe-Seitenkanal. Es wurde 1974 als weltgrößtes Schiffshebewerk gebaut. 38 Meter hoch wurden die Schiffe gehoben. Es waren ungefähr 30 km bis zum reizvollen Hafenstädtchen Bleckede. Gegen 14.30 Uhr erreichten wir die Elbe und überquerten den Fluss mit einer Fähre. Wir hatten langsam Hunger.
Einheimische empfahlen uns das „Alte Schulhaus“. Endlich hatten wir es gefunden,
aber dann erschien schon die Wirtin und meinte, sie hätte wegen des schlechten
Wetters nicht geöffnet, sie hätten nur Hausgäste. Aber Getränke könnten wir bekommen. Auf unser Flehen hin, mal nachzuschauen, ob sie nicht noch etwas an Restkuchen hätte,  kam sie mit einem großen Teller, auf dem Blechkuchen aufgestapelt war. Es blieb am Ende nichts mehr übrig. Ausgeruht sollte es dann auf die weitere Fahrt gehen. Gut, dass wir uns gestärkt hatten, denn wir hatten teilweise mit Gegenwind zu kämpfen. Da hatten es unsere zwei E – Bike Fahrer leichter. Wir waren ja schon froh, dass es insgesamt trocken blieb. Der Ferienhof Stixe lag wirklich einsam.  Nur 60 Bewohner hatte das Dorf: Natur pur!
Wir stellten unsere Fahrräder ab und bezogen erstmal unsere Zimmer. Wir sollten die Radlerunterkunft bekommen. Die normalen Zimmer waren bis auf eins alle an eine Gruppe vergeben, die sich schon vorher angemeldet hatte. Wir bekamen ein Doppel-bett in einem Raum mit Nasszelle (Dusche, Toilette) und einen Großschlafraum mit 6 Betten, der über eine schmale Treppe (eine Hühnerleiter) zu erreichen war. Dahinter lag dann noch ein Doppelzimmer. Es stellte sich heraus, dass die eine Toilette für alle 6 Personen gedacht war. Wir bekamen erst einmal alle ein „Stamperl“, um uns zu trösten. Das war eine richtige Logistik- Leistung (Toilettenlogistik), alle zufrieden zu stellen. Wir haben es geschafft. Alle saßen pünktlich um 20.00 Uhr am Tisch. Wir hatten vorher schon Forelle oder Schweinebraten bestellt. Das Angebot, vorher noch eine Hochzeitssuppe zu essen, nahmen einige Teilnehmer gerne an. Herr Mayer kochte selbst und es ging ihm der Ruf voraus, dass er gut kochen konnte. So war es auch. Das Essen schmeckte sehr gut. Die Krönung war dann noch zum Nachtisch eine Pfanne mit Kaiserschmarrn und Preiselbeeren. Irgendwie schien uns das Essen so gut zu schmecken, dass wir recht lustig wurden. So verging die Zeit sehr schnell und es war nach 22.00 Uhr als wir recht müde unser „Radler Lager“ bezogen. Gott sei Dank passierte nichts, als der eine oder andere mit einer kleinen Taschenlampe nachts den Weg zur Toilette suchte. Um 8.00 Uhr morgens saßen wieder alle pünktlich am Frühstückstisch, der für uns reichlich gedeckt war. Es fehlte an nichts. Frau Mayer erzählte uns zwischendurch immer wieder etwas von ihrer Familie und ihrer kleinen Landwirtschaft. Es gab kein Fernsehen in der Familie. Im Winter spielen sie abends viel mit ihren Kindern. Es war eine sehr nette familiäre Atmosphäre.
Wenn die Atmosphäre und das Essen stimmen, kann man über vieles andere hinwegsehen. Das war hier so. Eine Unterkunft mit Wohlfühlcharakter!
Gegen 9.00 Uhr saßen wir schon wieder auf unseren Rädern. Die heutige Etappe sollte 60 km nach Lenzen führen.  Die meiste Zeit führte der Weg über den Deich. Von dort aus hatten wir immer einen Panoramablick über die Wasser- und Weiden-landschaft. Unser Radweg lag im landschaftlich reizvollen Biospärenreservat „Niedersächsiche Elbaue“. Insgesamt 400 km Flusslänge umfasst das sich über fünf Bundesländer erstreckende Reservat, das 1997 zum UNESCO – Biosphärenreservat erklärt worden ist. Wenn auch der Himmel bedeckt war und manchmal auch schwarze Wolken trug, so hatte die Landschaft doch ihren eigenen Reiz. Die Kombination mit den verschiedenen Grüntönen der Weiden und Buschhecken, immer wieder unterbrochen durch Baumgruppen an kleinen Bächen, und dem Wasser der Elbe mit einem sich weit verzweigenden Ufer gaben den Bild einen besonderen Charakter. Immer wieder sahen wir einzelne Störche, die in den Wiesen standen und nach Nahrung suchten.
Unsere erste Station war der Kneipp-Kurort Hitzacker. Über eine Fähre erreichten wir den kleinen, schmucken Ort. Die hohe 983 Meter lange Hochwasserschutzwand  zeigte uns, wie gefährdet die Orte an der Elbe sind. 2008 wurde diese Anlage als eines der größten Bauwerke Europas fertig gestellt.  Ein kurzer Spaziergang durch die malerischen Gassen ließ uns die vielen bunten Fachwerkhäuser bestaunen. Der Rundgang hatte sich gelohnt.
Fuhren wir zunächst weiter auf der Westseite, mussten wir später nach Dönitz  mit der Fähre auf die Ostseite übersetzen. Wir wollten uns doch die Festung ansehen, die die  besterhaltene Renaissancefestung Norddeutschlands ist. Zuerst mussten wir uns aber noch in einem kleinen Restaurant stärken. Dann ging es auf die Festung. Ein kleiner Rundgang genügte, um einen Eindruck von der mächtigen, 450 Jahre alten Anlage zu bekommen. Die stärkste Grenzlandfestung Mecklenburgs entstand vor 450 Jahren in der Form eines Pentagons, eines regelmäßigen Fünfecks. Von den Bastionen eröffnete sich ein herrlicher Ausblick auf das schöne weite Elbetal. Um sich alles in Ruhe anzuschauen, hätten wir viel mehr Zeit gebraucht. Eigentlich wollten wir in Mödlich in der Fischerkate Kaffee trinken. Ganz wohl fühlten wir uns darin nicht. Es war einfach zu fein in dieser Kate und die Preise waren dem angepasst. Wir blieben nicht lange und erreichten bald Lenzen.
Ein freundlicher junger Mann auf dem Fahrrad begleitete uns bis zur Haustür. Werner war schon voraus gefahren, um zu eruieren (erkunden), wo wir zu Abend essen konnten. Unser Hotel, das Schützenhaus, war im Ort für gutes Essen bekannt. So blieben wir gleich dort. Wir hatten einen schönen Abend. Werner hatte sich schon per Fahrrad das Städtchen angesehen und schwärmte von der angestrahlten Burg. Also fuhren wir alle am nächsten Morgen zur Burg, um wenigstens einen kleinen Eindruck von der Stadt zu bekommen. Aber zunächst gab es noch ein gutes Frühstück, dieses Mal nicht mit einem gekochten Ei, sondern mit lecker zubereitetem Rührei und Schinken.
Ein Lied mussten wir noch zum Abschied singen, dann ging es an der Burg vorbei nach Havelberg, dieses Mal sollten wir 80 km fahren.
Es war schon etwas komisch, hier und da noch alte Wachtürme aus der DDR – Zeit zu sehen. Sie waren stumme Zeugen einer Zeit, die viele schon nach zwanzig Jahren vergessen haben. Es tut gut, sich immer wieder mal klar zu machen, dass hier vor
20 Jahren die innerdeutsche Grenze verlief. Wer hätte damals gedacht, dass man hier wieder unbeschwert Radtouren unternehmen kann. In Hinzdorf gibt es ein Pfannkuchenhaus. Dort machten wir unsere Mittagspause. Das Gasthaus strahlte eine
urige Atmosphäre aus. Unter 15 verschiedenen Pfannkuchenarten konnten wir auswählen. Mit einem waren wir aber schon satt. Mit den anderen Radfahrern kamen
wir schnell ins Gespräch. Es gibt immer wieder Tipps. Radfahrer sind doch ein Völkchen für sich. Der Regen hatte aufgehört, als wir weiterfahren mussten. Unterwegs nahmen die Störche zu. Immer wieder sahen wir auf Dächern Storchennester und Störche, die ihre Jungen fütterten. Wenn man bedenkt, dass die Nester bis zu einer Tonne wiegen können, müssen die Masten oder Dächer ganz schön viel aushalten. Das kleine Örtchen Rühstädt wird in den Reiseführern als  Europäisches Storchendorf bezeichnet. Mit etwa 50 Storchennestern zählt es zu den storchen-reichsten Dörfern Deutschlands. Es lag nur 1.5 km vom Radweg entfernt. Während einige von uns schon weiterfuhren, machten sich ein paar andere auf den Weg nach Rühstädt. Der Umweg hatte sich gelohnt, denn in diesem Storchendorf waren auf fast jedem Dach ein Nest und manchmal auch zwei Nester zu sehen. Ein schöner Anblick. Wir hätte gerne mal gefragt, wie hoch die Geburtenrate in diesem Dorf ist. Wir mussten nach einer kurzen Rundfahrt wieder zum Radweg zurück. Die anderen waren schon weit voraus und man glaubt nicht, wie lange es doch dauert, sie einzuholen. Werner wurde wieder vorausgeschickt, um die Lage in Havelberg zu erkunden. Das konnte er auch sehr gut. Als wir in der Pension Schröder ankamen, wurden wir
schon erwartet.
Kurz vor Havelberg war mir der Bremszug gerissen. Es war kein großes Problem für mich, denn ich hatte ja noch eine Rücktrittbremse. Aber in Havelberg konnte ich die
Bremse in einem Fahrradgeschäft reparieren lassen.  Am nächsten Morgen brachten
wir den Wirtsleuten noch ein Ständchen, dann ging es zu Fuß zum nahe gelegenen
Dom.  Halt, Hans hatte noch festgestellt, dass sein Rad einen „Platten“ hatte. Er musste den Schlauch schnell flicken. Jürgen fuhr ganz entspannt mit seinem E-Bike die steile Straße zur Kirche hoch. Man wundert sich immer, wie eine so kleine Stadt wie Havelberg eine so große Kirche haben kann. Neben Brandenburg zählt Havelberg zu den ältesten Bistümern östlich der Elbe. Die Domanlage zählt zu den reizvollsten Anziehungspunkten entlang der „Straße der Romanik“. Es lohnte sich, einen Blick in diese Kirche zu werfen.
Heute hatten wir das letzte größere Stück Radweg von 55 km vor uns. Mit einer Gierselfähre überquerten wir in Sandau die Elbe und steuerten dann unseren ersten großen Stopp in Arneburg an.  Eine Gierselfähre verkehrt zwischen den Ufern eines Flusses ohne Motor und wird an einem Seil nur durch die Strömung gezogen. In einem Supermarkt deckten wir uns mit Getränken und Fleischbrötchen ein. Dann
ging es hinauf zur Burg, wo es ein Restaurant mit herrlichem Ausblick gab. Man schaute von dort aus tief ins Elbtal nur begrenzt durch den weiten Horizont. Bei einer
Suppe und Bier ließen wir es uns auf der Terrasse gut gehen. Es waren nur noch 15 km bis Tangermünde. Als wir in Tangermünde einfuhren, sahen wir schon, wie schön dieser Ort war.
Unser Hotel lag zentral neben dem Rathaus. Wir waren früh genug da, sodass die-jenigen, die wollten, noch ein halbstündiges Orgelkonzert  in der Stephanskirche besuchen konnten. Die Scherer Orgel von 1624 zählt zu den zehn wertvollsten Orgeln Europas. Ein italienischer Organist spielte auf der Schererorgel, es war ein Genuss. Aber auch sonst weist die Kirche noch sehr viele eindrucksvolle Kunstwerke, wie z.B. die steinerne Kanzel von 1619, auf. Auf einem kurzen Rundgang konnten wir uns davon überzeugen. Wir hatten inzwischen herausgefunden, dass wir in unserem Hotel gut essen konnten. Das stimmte auch. Während Werner noch ein Jazz – Konzert in der Salzkirche besuchte, saßen wir anderen bis fast 22.00 Uhr gemütlich draußen. Die Kapelle, die ursprünglich zu einem Hospital gehörte, trägt den Namen „Salzkirche“, seitdem vom 17. – 19. Jahrhundert in ihr Salz gelagert wurde. Heute wird sie als Ausstellungs- und Konzerthalle genutzt.
Am nächsten Morgen, am Sonntag, ließen wir uns das Frühstück schmecken. Da die Stadtführung erst um 11.00 Uhr begann, konnten einige, die wollten, noch einen Gottesdienst besuchen. Werner war inzwischen schon in Richtung Magdeburg unterwegs. Er brauchte noch 75 km, um ausgelastet zu sein. Die anderen erkundeten mit einem Gästeführer die Hansestadt Tangermünde. Jürgen erkundete mit seinem E-Bike die komplette Stadt.  Unter dem Schloss mündete die Tanger in die Elbe, daher der Name
Tangermünde. Tangermünde war zwar im Krieg nicht zerstört worden, war aber in der DDR – Zeit stark verfallen. Heute ist Tangermünde wieder ein Schmuckkästchen. Ein restauriertes Haus reiht sich in der Kirchstraße an das andere, viele mit wunderschönen Verzierungen an den Eingängen (Flachreliefs). Die Stadtmauer ist noch fast ganz erhalten und zeigt besonders von der Elbseite her ihren wehrhaften Charakter. Das Neustädter Tor entfaltet noch immer seine große Pracht und ist eines der schönsten mittelalterlichen Toranlagen des norddeutschen Raumes. Im Zentrum steht das Rathaus, das in norddeutscher Backsteingotik eine gewisse Leichtigkeit aufweist, ganz anders als die Rathäuser, die im Renaissance oder Barockstil erbaut sind. Die prächtige 24 Meter hohe Schauwand wurde 1430 errichtet. Nicht zu vergessen die Schlossanlage mit einem 50 Meter hohen Bergfried, der heute als Aussichtsturm dient. Interessant ist auch, dass die Stadt keinen Rückgang der Einwohnerzahl in den letzten Jahren erlebt hat. Die Einwohnerzahl von ca.10.000 ist immer gleich geblieben.
Leider mussten wir die Stadtführung etwas früher als geplant abbrechen, weil wir wegen der Kürze der Zeit noch mit dem Bus nach Jerichow fahren wollten. Mit dem Fahrrad dorthin zu fahren, wäre zu weit gewesen. Die Fahrt nach Jerichow hatte sich gelohnt. Die romanische Klosteranlage aus dem 12./13. Jahrhundert, der älteste Backsteinbau östlich der Elbe, grüßte schon von weitem die Gäste.  Das Kircheninnere war mit den mächtigen Säulen und dicken Mauern überwältigend. „Eine mächtige Burg ist unser Gott…“
Die gute Akustik lud ein, dort ein Lied zu singen: „Frieden, Frieden, Frieden …“hallte es laut durch das mächtige Gebäude. Eindrucksvoll! Das Kloster Jerichow ist mit seinem über Jahrhunderte unverändert erhalten gebliebenen Baustil ein Muster-beispiel romanischer Bausteinkunst Norddeutschlands. In Jerichow war an diesem Tag ein Mittelaltermarkt im Klostergarten. So konnten wir das Schöne mit dem Angenehmen verbinden.
Zurück in Tangermünde holten wir nur noch unsere Fahrräder und fuhren dann
nach Stendal, von wo wir aus 16.24 Uhr die Rückreise mit dem Zug antraten.
Es ist schon schade, dass die ICEs keine Fahrräder mehr mitnehmen, dadurch konnten wir nur noch IC fahren und mussten häufiger umsteigen. Mit Fahrrädern treppauf, treppab, besonders mit E – Bikes, das war heftig, auch für starke Kerle.
Um 21.25 Uhr landeten wir wieder gesund und an vielen Erfahrungen reicher in Soest.
Der Elberadweg hatte uns faszinierende Einblicke in Natur und Kultur offenbart. Im UNESCO – Bioshärenreservat „Flusslandschaft Elbe“ fanden wir die Natur noch ziemlich unberührt. Dazu trug auch bei, dass sich die Natur im deutsch-deutschen
Grenzgebiet jahrzehntelang ungestört entwickeln konnte.

Die Radler des Kverneland Accord-Chores.

Album:

Tauber-Main Radtour der Kverneland Accord-Chor Radler 18. - 22. Juli 2012

Günter, Hans, Heinrich, Werner, Jürgen, Franz-Josef, Kurt und Walter

Alben:

Leine Radtour der Kverneland Accord-Chor Radler 19. - 23. Juni 2013

Leine Radtour der Kverneland Accord-Chor Radler 2013 mit den Augen von Hartmut gesehen

Günter, Hans, Heinrich, Werner, Jürgen, Franz-Josef, Hartmut, Kurt und Walter

Bamberg und Bamberger Land Radtour der Kverneland Accord-Chor Radler vom 06. Juli bis 11. Juli 2016.

Günter, Cornelius, Kurt,  Franz-Josef, Jürgen und Siegfried.

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